Zimmererausfahrt 2026 nach Karpacz: Fachlicher Austausch, Kultur und gelebte Gemeinschaft
Vom 9. bis 11. Oktober 2026 führte die traditionelle Zimmererausfahrt der Zimmererinnung Dresden die Teilnehmer nach Karpacz im polnischen Riesengebirge. Drei abwechslungsreiche Tage voller handwerklicher Tradition, beeindruckender Bauwerke und geselligem Miteinander boten den Innungsmitgliedern zahlreiche Eindrücke und interessante Einblicke.
Erster Tag: Auf den Spuren regionaler Baukultur
Nach der gemeinsamen Abfahrt an der Kreishandwerkerschaft Dresden führte die Reise zunächst nach Obercunnersdorf. Dort erhielten die Teilnehmer bei einem Rundgang durch das bekannte Umgebindedorf spannende Einblicke in die besondere Bauweise dieser einzigartigen Hausform. Die Führung übernahm Zimmerermeister Uwe Drewanz, der mit seinem Fachwissen die historische Entwicklung und die konstruktiven Besonderheiten der Umgebindehäuser anschaulich erläuterte.
Anschließend ging es weiter nach Herrnhut. Dort standen die Besichtigung des Kirchensaals der Herrnhuter Brüdergemeine sowie ein Besuch der bekannten Manufaktur „Sternelei“ auf dem Programm.
Auf dem Weg nach Karpacz wurde zudem das ehemalige Franziskanerkloster in Hejnice (Haindorf) besichtigt. Nach vielen interessanten Eindrücken erreichte die Reisegruppe schließlich ihr Quartier, das Hotel Alpejski in Karpacz, wo der erste Tag in geselliger Runde ausklang.
Zweiter Tag: Beeindruckende Kirchen und historische Schlossanlagen
Der zweite Reisetag begann mit der Fahrt nach Schweidnitz (Świdnica). Dort besichtigten die Innungsmitglieder die weltberühmte Friedenskirche, ein außergewöhnliches Zeugnis europäischer Bau- und Kirchengeschichte. Die beeindruckende Holzkonstruktion der größten Fachwerkkirche Europas und die kunstvolle Innenausstattung hinterließen bei den Teilnehmern einen nachhaltigen Eindruck. Ein Orgelkonzert gab der Besichtigung einen weiteren Höhepunkt.
Im Anschluss ging es weiter nach Waldenburg zum Schloss Fürstenstein (Książ). Bei einer individuellen Besichtigung konnten die Reiseteilnehmer die Geschichte und Architektur einer der größten Schlossanlagen Polens erkunden.
Ein besonderer Höhepunkt der Ausfahrt fand am Abend statt: Im Rahmen des gemeinsamen Abendessens sprach Obermeister Lutz Zimmermann seinem Vorgänger Ralf Lepski nochmals seinen Dank für dessen langjähriges Engagement und die erfolgreiche Arbeit an der Spitze der Zimmererinnung Dresden aus. Als Zeichen der Wertschätzung überreichte er ihm eine historische Holzsäge mit individueller Gravur und dem Logo der Zimmererinnung Dresden. Mit einem Augenzwinkern gab der Obermeister dabei den traditionellen Hinweis, die Säge stets so zu halten, dass die Zähne nach oben zeigen – „damit das Glück nicht herausfällt“.
Eine weitere Ehrung galt zwei langjährigen Wegbegleitern der Innung: Mit der Urkunde „Ehrenmeister der Zimmererinnung Dresden“ wurden der ehemalige Schulleiter des BSZ Bautzen, Uwe Richter, sowie das ehemalige Innungsmitglied Christian Scharfe ausgezeichnet. Mit dieser Ehrung würdigte die Innung ihre langjährige, vertrauensvolle und stets zuverlässige Zusammenarbeit sowie ihre besonderen Verdienste um das Zimmererhandwerk und die berufliche Nachwuchsförderung.
Dritter Tag: Schlösserlandschaft im Hirschberger Tal
Nach dem Frühstück trat die Reisegruppe die Heimfahrt an, die jedoch noch einige eindrucksvolle Stationen bereithielt. Im Schloss Lomnitz führte die Schlossherrin Frau von Küster persönlich durch das historische Bethaus und vermittelte spannende Einblicke in die Geschichte des Anwesens. Anschließend wurden das Schloss und der Gutshof besichtigt.
Es folgte eine Rundfahrt durch die beeindruckende Schlösserlandschaft des Hirschberger Tals. Dabei standen unter anderem Schloss Schildau, Schloss Boberstein, Schloss Fischbach sowie Schloss Stonsdorf auf dem Programm. Die Teilnehmer konnten zahlreiche architektonische Besonderheiten entdecken und mehr über die wechselvolle Geschichte der Region erfahren.
Fazit
Die Zimmererausfahrt 2026 war erneut ein voller Erfolg. Fachlicher Austausch, die Besichtigung bedeutender Bau- und Kulturdenkmäler sowie das kameradschaftliche Miteinander machten die Reise nach Karpacz zu einem besonderen Erlebnis. Neben zahlreichen neuen Eindrücken bot die Ausfahrt auch Gelegenheit, langjährige Verdienste innerhalb der Innung zu würdigen und die Verbundenheit des Zimmererhandwerks zu stärken. Die Teilnehmer kehrten mit vielen schönen Erinnerungen und neuen Impulsen für ihre tägliche Arbeit nach Dresden zurück.